Social network Alternative

Hands on Diaspora: Der (Möchtegern)-Facebook-Killer

  • Social Media Marketing

Facebooks sorgenfreier Umgang mit dem Datenschutz schuf die Nachfrage nach einem sicheren, auf OpenSource basierenden Social Network quasi selbst. Seit letzter Woche ist der Quelltext des als „Anti-Facebook“ bekannten Projekts Diaspora verfügbar. Dieses soll nun als Gemeinschaftsprojekt von der Community weiterentwickelt werden. 

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Alles fing damit an, dass 4 New Yorker Studenten beschlossen ein besseres Facebook zu erschaffen. Dem Spendenaufruf folgte ein wahrer Geldsegen, so dass sich die gerade erwähnten sofort an die Arbeit machen konnten. Nach Monaten harter Arbeit wurden kürzlich der Quelltext und einige Screenshots veröffentlicht.

Obwohl man von einer Pre-Alpha Version ohnehin nicht viel erwarten sollte, macht sich nach der ersten Anmeldung bei Diaspora zunächst Ernüchterung breit. Aktiven Nutzern von Social Networks wie Facebook oder Twitter kommt das gesamte Interface ziemlich bekannt vor. Es gibt ein Statusupdate-Feld und einen drunterliegenden Newsstream. Der Innovationsfaktor liegt dann somit knapp über null, aber warum sollte man auch was ändern - „Never change a winning team“ werden sich die 4 Studenten wohl gedacht haben. Darüber hinaus hat man die Möglichkeit Fotos hoch zu laden und seine Kontakte in Gruppen zu sortieren. Das muss für den Anfang reichen.

Der entscheidende Unterschied, welcher Diaspora irgendwann tatsächlich von Facebook abgrenzen könnte, ist die dezentrale Vernetzung der User. Läuft bei Facebook der gesamte Traffic über Server-Farmen, zu denen nur das Unternehmen Zugang hat, steht es bei Diaspora jedem Nutzer frei einen eigenen Server aufzusetzen. Darauf basierend verspricht Diaspora eine einfachere Kontrolle seiner Daten und die Unabhängigkeit von Großkonzernen, die genau hinter diesen Daten her sind. Hat man sich einmal bei Diaspora angemeldet, kann man nach Herzenslust den Server wechseln und bleibt trotzdem stets mit seinen Freunden verbunden. Dies klappte in ersten Tests bereits sehr gut. Weiter konnte man leider noch nicht testen, da es einfach noch nichts zum testen gibt.  Dieser Umstand dürfte sich in den nächsten Wochen ändern. Spannend an diesem Punkt ist die Tatsache, dass die Community zur Zeit an einer Facebook-Integration arbeitet. Weiterhin gibt es Gerüchte, dass Facebook-Gründer Marc Zuckerberg das Projekt finanziell unterstützt. Ob er die Umstände, die zur Gründung von Diaspora geführt haben einfach ignoriert oder die zukünftige Konkurrenz infiltrieren will sei dahingestellt.

Die nahe Zukunft wird zeigen, ob sich Diaspora langfristig auf dem hart umkämpften Social Network Markt etablieren kann. Möglicherweise liefert das Projekt einen Denkanstoß und Facebook schafft es tatsächlich seine Datenschutzrichtlinien transparenter zu gestalten und seine Datensammelwut etwas in den Griff zu bekommen.

Erste Blogs berichten bereits von gravierenden Sicherheitslücken, die im Quelltext von Diaspora gefunden wurden. Die 4 Studenten, sowie die gesamte Community, haben noch ein gewaltiges Stück Arbeit vor sich, wenn sie ihr Ziel irgendwann auch nur annähernd erreichen wollen.