GEO-Marketing auf dem Vormarsch

Facebook launcht eigenen Location Based Service Places

  • Social Media Marketing

Facebook hat letzte Nacht seinen lang erwarteten Location Based Service "Places" vorgestellt. iPhone Nutzer in den USA können den Dienst ab heute nutzen und ihre Freunde nicht mehr nur darüber informieren was sie machen, sondern auch wo sich gerade befinden. Der Service wurde in Zusammenarbeit mit foursquare, Gowalla und Yelp entwickelt, die auf diesem Gebiet schon einiges an Erfahrung sammeln konnten. Deutsche iPhone User konnten heute morgen ebenfalls auf die neueste Version der Facebook-App upgraden. Nach der Auswahl des neuen Menüpunktes "Orte" erscheint jedoch der Hinweis, dass die Funktion erstdemnächst verfügbar sein wird.

Facebook Places8 Monate arbeitete das Entwicklungsteam von Facebook an der neuen Funktion, die von vielen Medien als größte Produktinnovation innerhalb des Netzwerkes seit langem gehandelt wird. Die Gerüchte über einen solchen Dienst hielten sich schon seit Wochen und Monaten hartnäckig, bis Facebook CEO Marc Zuckerberg „Places“ auf einer Firmenveranstaltung offiziell vorstellte.

Auf der Veranstaltung in Palo Alto sprach Zuckerberg von 3 Zwecken die Places erfüllen soll:

  • Der Nutzer kann seinen Freunden ganz einfach mitteilen wo er sich gerade befindet
  • Er kann sehen welche Freunde sich in der Nähe aufhalten
  • Es werden Events in der näheren Umgebung angezeigt

Für Unternehmen ist Punkt 3 von besonderer Bedeutung. Facebook führt nämlich eine eigene Check-In-Funktionalität innerhalb seines Netzwerks ein. Über Places kann an jedem beliebigen Ort eingecheckt werden. Dies erfolgt über einen Check-In-Button. Die iPhone-App zeigt eine Übersicht mit den letzten Check-Ins des Nutzers und seiner Freunde an. Zu jedem Ort in Places gehört eine eigene Profilseite, vergleichbar mit einer Fanpage. Unternehmen können selbst eine Profilseite in Places anlegen, oder auch von Nutzern angelegte Orte für sich beanspruchen. Nach einer Überprüfung wird dem Unternehmen die Möglichkeit eingeräumt, seine bisherige Fanpage mit der Places Profilseite fusionieren zu lassen. Im Bereich des Social Media Marketing eröffnen sich mit der Einführung von Places ganz neue Perspektiven. Die Nutzer sehen auf Ihrem Smartphone welche Unternehmen sich in der Nähe befinden und welche Dienstleistungen sie anbieten. Beachtet man das rasante Wachstum von Facebook und die weltweite Verbreitung von Smartphones, kann sich aus einer „Places Fanpage“ ein tatsächlicher Wettbewerbsvorteil entwickeln.

Facebook Places iPhoneFacebook hat es ebenfalls geschafft der Kritik über zu wenig Datenschutz zuvor gekommen. Alle getätigten Check-Ins sind standardmäßig nur von den Freunden einsehbar. Besonders zeigefreudige Nutzer können ihre Check-Ins für alle sichtbar machen. Ein Punkt an dem sich Datenschützer reiben werden ist, dass man beim Check-In auch auf der entsprechenden Places Profilseite erfasst wird. Dies kann jedoch in den Privatsphäre-Einstellungen leicht deaktiviert werden. Wer mit Freunden einchecken will, die kein Smartphone dabei haben, kann diese taggen. Sobald man selbst eingecheckt hat, kann man beliebig viele Freunde „mitnehmen“. Sollten diese etwas dagegen haben, können sie die Tag-Option vollständig deaktivieren.

Nutzer einschlägiger Location Based Services wie foursquare oder Gowalla sollten keine Probleme beim Nutzen von Places haben. Der Aufbau und das Check-In Prinzip sollten ihnen vertraut vorkommen. Bei der Entwicklung von Places arbeitete Facebook eng mit diesen Unternehmen zusammen. Diese werden nun auch in den Dienst integriert um ihn von Anfang an zu bereichern. Checkt man nun über foursquare bei seinem Lieblings-Italiener ein, sehen es auch die Facebook Freunde im Newsfeed.

Für die Kartendarstellung in Places hat sich Facebook gegen das populäre Google Maps und für Microsofts Bing entschieden. Bedenkt man die großzügige Investition Microsofts in Facebook vor einigen Jahren, erscheint dieser Schritt gar nicht so abwegig.

Für die Werbeindustrie ist der aktuelle Aufenthaltsort eines Nutzers das finale Puzzlestück. Personalisierte Werbung ist dabei das Stichwort. Der Nutzer wird dann gezielt mit Angeboten gelockt, die sich in der Nähe befinden. Eine Auswertung der Check-In Daten könnte Facebook auch interessante Einblicke ins Leben seiner Nutzer geben. Laut Facebook werden in naher Zukunft jedoch keine neuen Werbedienste in Places integriert.

Am interessantesten bleibt Places aber für Unternehmen. Hat man bereits eine stark frequentierte Fanpage, ist Places die optimale Ergänzung. In werbetechnisch hart umkämpften Gebieten, wie z.B. in Großstädten, kann Places den letzten Kaufimpuls geben. Unternehmen die Places nutzen, können Nutzer die sich in der Nähe aufhalten mit besonderen Aktionen zu Kunden machen. Unternehmen, die bisher nichts mit Facebook zu tun haben wollten, werden es noch schwerer haben auf dem Markt zu bestehen.

Unternehmen die bereits in der Vergangenheit mit Hilfe des Open Graph Protokolls und bspw. dem Like-Button Daten über Ihr Unternehmen, oder Ihre Dienstleistung mit Facebook geteilt haben, sind eindeutig im Vorteil, da Facebook diese Daten nun von Anfang an für Places nutzen wird. Eine nachträgliche Implementierung ist selbstverständlich immer noch möglich. Wir sehen Facebook Places als zusätzliches Instrument, um unseren Kunden den auf sie optimalen Online-Marketing-Mix anbieten zu können. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich an unsere Social-Media-Berater.