Location Based Marketing

Deutschland Launch von Places: Übernimmt Facebook Europa?

  • Social Media Marketing

Ab heute ist es auch in Deutschland und der Schweiz möglich, seinen Standort per GPS an Facebook zu senden - natürlich auch den seiner Freunde. Fristeten Geolocation Dienste wie Foursquare oder Gowalla bisher ein Nischendasein, könnte die gesamte Branche mit Hilfe des unangefochtenen Marktführers im Social Web den Massenmarkt erreichen. MIt Places unterstreicht Facebook nun seine Ansprüche auf dem europäischen Kontinent. Ziel sind die potentiellen Werbe-Milliarden europäischer Unternehmen, ein nahezu unendlicher Fluss an Euros, aus dem sich bisher überwiegend Google bedient hat.

Facebook Places Logo

Wem „Facebook Places“ auf Anhieb nichts sagt, hier eine kurze Zusammenfassung:

Mit Hilfe eines GPS-fähigen Smartphones kann jeder Facebook Nutzer ab sofort in real existierende Örtlichkeiten einchecken. Sobald der Nutzer in einer Örtlichkeit eincheckt, z.B. Restaurants, Bars oder Discos, wird automatisch eine Statusmeldung auf seine Pinnwand gepostet. So können Freunde verfolgen, wo man sich zur Zeit aufhält oder ob andere Freunde in der Nähe sind. Places kann auch zur Erkundung neuer Orte eingesetzt werden, die von den eigenen Freunden entdeckt wurden. Eine Ausführliche Beschreibung des Dienstes findet man auf den Infoseiten von Facebook.

Nun zum Thema Datenschutz. Zur Besänftigung der Kritiker, muss Places von jedem User manuell aktiviert werden. Facebook scheint hier aus seinen früheren Fehlern gelernt zu haben. Jedes Check-In muss vom User einzeln bestätigt werden, auch wenn er den Place bereits besucht hat.

Places reiht sich nahtlos in Facebooks Gesamtstrategie für Europa ein. Nach und nach soll der lukrative Anzeigenmarkt nach Vorbild von Google erschlossen werden. Begonnen hat diese Strategie mit der Eröffnung der Europa-Zentrale im Niedrigststeuerland Irland. Mittlerweile unterhält Facebook ein Büro am Hamburger Rathausmarkt und baut dort ein Verkaufsteam auf, welches die Expansion steuern soll. Zuckerberg scheint auch langsam die Spielregeln in Europa verinnerlicht zu haben, anstatt sein Geschäftsmodell plump von Amerika auf die hiesigen Verhältnisse zu übertragen. Davon zeugen die Einstellung eines Datenschutzbeauftragen und eines Mediensprechers für Europa. Der erste soll für wohlgesinnte europäische Politik sorgen, während der zweite eine positive Berichterstattung in den Medien gewährleisten soll.

Der Einstieg in die Geolocation Branche ist für Facebook also der nächste Schritt seiner Europa-Strategie. Diese ortsbezogenen Dienste sind laut Experten aus der Werbe- und Internet Marketing Branche potentielle Goldgruben des boomenden Mobile-Web. Der mit Places einhergehende „ich-bin-hier“-Button markiert Facebooks Eintritt in eine weitere, milliardenschwere Branche - die Dating- und Flirtseiten. Schrittweise gab Facebook sein ursprüngliches Ziel, die Pflege bestehender Kontakte, zu Gunsten von Ansätzen zur Kontaktaufnahme auf. In Anbetracht dessen  erscheint Places als logische Konsequenz dieses Prozesses. Rund 2 Millionen Internet-User (überwiegend männliche) nutzen in Deutschland die einschlägigen Datingseiten. Die Zukunft wird zeigen ob es Facebook gelingt diese an sich zu binden.