Monetarisierungsansätze im Social Web

Die Finanzierung von Social Networks - anhand des Beispiels Facebook

  • Social Media Marketing

Facebook ist eine rasend wachsende Social Networking Plattform, welche mitlerweile von jedem Zehnten deutschen genutzt wird – und damit liegt Deutschland noch unter dem Durchschnitt. Genauer gesagt konnte Facebook im Mai diesen Jahres 600 000 Neuanmeldungen verzeichnen.

Damit nutzen nun fast 10% der deutschen Bevölkerung Facebook. Wenn man bedenkt, dass Facebook kostenlos ist und weltweit etwa eine halben Milliarden Nutzern zählt, stellt sich schnell die Frage nach der Finanzierung.

Um diesen Aspekt genauer zu untersuchen sollte man sich die Entstehungsgeschichte von Facebook ansehen und dessen Finanzierung. Besonders interessant ist, dass eine ursprünglich nur für amerikanische Studenten konzipiertes Social Network  durch Kapitalspritzen zum größten sozialen Netzwerk der Welt ausgedehnt hat, welches das Potential besitzt so gut wie jeden Menschen als User zu gewinnen und damit die restlichen Social Networks aus dem Geschäft drängt.

Denn wo liegt der Sinn in einer bestehenden Mitgliedschaft bei StudiVZ, SchuelerVZ oder MeinVZ wenn Facebook viel dynamischer und userfreundlicher ist ? Warum sollte man bei StudiVZ weiterhin Mitglied sein, wenn Facebook 100 000 Facebook Apps (Spiele, Quiz, Dienstleistungsprogramm) dem User zu bieten hat. 

Man könnte natürlich argumentieren, dass man bei StudiVZ nur unter Studenten bleiben kann und somit Zielgruppen orientierter Social Networking betreiben kann – doch seien wir ehrlich – wie viel Prozent bei StudiVZ waren in seinen beliebten Zeiten wirklich Studenten?

Social Networks werden es in der Zukunft also schwer haben Profil gegenüber Facebook zu finden. Denn was bringen die alten StayFriends Seiten, wenn bei Facebook mit viel höherer Wahrscheinlichkeit deine alten Schulfreunde anzutreffen sind, da das Network weitaus bekannter ist und viel mehr Nutzer umfasst?

Zudem nutzt Facebook mit seinem Marketing genial die Funktionen der Profilierung für Firmen, Veranstaltungen und Personenseiten aus. So kann vordergründig jeder von einer Facebookmitgliedschaft profitieren, kostenlos eine Unternehmesseite erstellen,  Fans einladen und somit für sein Produkt werben. Bei StudiVZ/MeinVZ/SchülerVZ kosten diese sogenannten Edelprofile Geld. Im Internet kursieren Gerüchte, dass von bis zu 7.000€ pro Edelprofil der Fall ist.

Es ist also abzusehen, dass Facebook aufgrund seiner hohen Userfreundlichkeit, Dynamik in Form von einer Hauptseite, bei der ständig zu sehen ist, an welche Aktivitäten teilgenommen wird, ob Fotos hochgeladen und markiert wurden, in Gruppen eingetreten wird und bei Veranstaltungen gefeiert wird. Und noch so vieles mehr – ich denke die Vielzahl an Möglichkeiten die einem Facebook bietet ist kaum aufzuzählen, doch jeder der angemeldet ist wird sie kennen.

Die Frage, die sich nun stellt wie kann Facebook dieser riesige Marktüberlegenheit finanzieren?
Warum ist es Facebook möglich soviele Programmierer für eine, für den User so günstige und dynamische, Plattform zu bezahlen?

Marc Zuckerberg hält 30% des Facebook Unternehmens und ist damit mit einem geschätzten Vermögen und 4 Milliarden Dollar der jüngste Milliardär der Welt. Peter Thiel, welcher ein Startkapital von 100.000 Dollar in das Unternehmen investierte, hält 7% der Unternehmens. Im Gegensatz dazu hat Microsoft mit seiner Finanzspritze von 240 Mio Dollar nur noch 1,6 % erhalten.