Aktuelles Urteil

EuGH: Google muss Links zu persönlichen Daten löschen

  • Online Reputation Management

Am Dienstag, den 13. Mai 2014, entschied der Europäische Gerichtshof, dass Google Links zu persönlichen, sensiblen Informationen, auf Antrag hin, aus seiner Ergebnisliste streichen muss. Doch wem steht dieses Recht, das der EuGH von der EU-Datenschutzrichtlinie ableitet, zu?

Foto: © Mari Helin-Tuominen / unsplash.com

Ein “Recht auf Vergessen” für alle? Nein. Der Entscheid des Europäischen Gerichtshofes bezieht sich auf Privatpersonen, die fern vom öffentlichen Leben stehen. Bekannteren Persönlichkeiten oder Unternehmen kann ein solcher Verbraucherschutz in der digitalen Welt nicht gewährleistet werden. Hier steht nicht allein das Recht der betroffenen Person oder das der Firma im Vordergrund, sondern auch das Interesse der Öffentlichkeit am Zugang zu den Informationen. Der Suchmaschinenbetreiber Google kann dazu verpflichtet werden sensible Informationen über Privatpersonen zu löschen, wenn diese an Aktualität verloren haben und ihrem ursprünglichen Zweck nicht mehr entsprechen.

Persönliche Inhalte löschen - gar nicht so einfach!

Aber auch für den privaten Internetnutzer gestaltet sich die Umsetzung des Entschlusses nicht so einfach wie vielleicht erwartet. Das Löschen von sensiblen personenbezogenen Inhalten dürfte mehrere Monate, wenn nicht Jahre dauern. Der EuGH geht davon aus, dass der Suchmaschinenbetreiber für die Verarbeitung der Daten verantwortlich sei. Aus diesem Grund müsse sich der Betroffene mit seiner Bitte um Änderung direkt an Google wenden. Erst wenn der Suchmaschinenbetreiber den Antrag ablehnt, wird die Unterstützung der Datenschützer herangezogen, die schließlich auch im Namen der Privatperson vor Gericht klagen dürfen.
Unter welchen Umständen die Klage des Betroffenen erfolgreich ist, lässt sich schwer sagen, da das Interesse der Internet-Nutzer an Informationen stets mitberücksichtigt und für jede Klage neu ausgelegt werden muss.

Währenddessen ist Google über das Urteil enttäuscht und sieht von einer Verantwortung für das Erscheinen personenbezogener Daten auf den jeweiligen Webseiten ab. Argumentiert wird damit, dass Google nicht einmal zwischen personenbezogenen und anderen Informationen unterscheiden könne, sodass auch nationale Datenschutzbehörden den Suchmaschinenbetreiber nicht zum Löschen bestimmter Inhalte verpflichten dürfen.

Bereits für die nächsten Wochen rechnet Google mit einer Flut an Löschanfragen. Über die Schnelligkeit und Gründlichkeit, mit der der Suchmaschinen-Riese diese bearbeiten kann, lässt sich spekulieren.

Und die Online-Reputation von bekannteren Personen und Unternehmen?

Als Privatperson könnte man sein Glück bei der Löschanfrage zu unerwünschten Inhalten durchaus versuchen. Persönlichkeiten, die im öffentlichen Leben einen bestimmten Platz einnehmen, sowie Unternehmen werden bei ihren Anfragen keine Erfolge erzielen. Für sie bleiben professionelles Online Reputation Management, in Kombination mit effektiver Suchmaschinenoptimierung und systematischem Social Media Marketing, die einzige Option den digitalen Ruf schnell und langfristig zu verbessern.

XAVA Media bietet strategisches und operatives Online-Marketing, damit auch Personen aus dem öffentlichen Leben und Unternehmen vom “Recht auf Vergessen” nicht völlig unberührt bleiben.