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Google Social Search: Google greift Facebook an

  • Suchmaschinenoptimierung

Man wird zur Zeit nicht das Gefühl los, dass Google alles richtig zu machen scheint. Einen Tag nachdem es sich Apple mit seinem Abo-Programm mit vielen Zeitungsverlegern verscherzt hat, präsentierte der Suchmaschinenbetreiber Google One Pass. Über diesen Dienst können Verleger zukünftig kostenpflichtige Inhalte für Smartphones und Tablets anbieten, wobei sie anstatt der von Apple geforderten 30%, nur 10% an Google abgeben müssen. Weiterhin hört man in allen Medien Gerüchte über einen eigenen Musik-Dienst für Android 3.0, was einen direkten Angriff auf iTunes darstellen würde. Nicht zu vergessen, die Giftpfeile in Richtung Microsoft, denen man vorwirft, Ergebnisse von Google für die eigene Bing-Suche zu verwenden. Nun wurde mit Google Social Search ein Dienst vorgestellt, der Analysten zufolge Googles entscheidenden Schritt zu einem eigenen Social Network darstellen könnte. 

Mit dem aktuellen Update für Social Search scheint Google tatsächlich zu gelingen, was es seinen Nutzern schon seit Jahren versprochen hat - Die Google Suche wird wirklich sozial. Wie üblich bei neuen Diensten, ist Social Search zunächst nur auf englischsprachigen Google-Accounts freigeschaltet. Wer in Zukunft seine Einstellungen entsprechend anpasst, erhält Ergebnislisten die mit Blogposts, Tweets und Flickr-Fotos von Freuden kombiniert sind. Mit diesem Schritt greift Google einen alten Gedanken auf, den bisher nur Facebook entsprechend umzusetzen versucht hat - Das Erkundigen bei Freunden, wenn wir etwas wissen wollen. Da wir diesen Freunden überwiegend trauen, sollten deren Erfahrungen und Erlebnisse auch in die Suche mit einfließen. Natürlich kann eine Google Suche nicht nur aus dieser sozialen Komponente bestehen, weshalb Web-Ergebnisse und Google News weiterhin Bestandteil der Ergebnisse sein werden.

Doch woher weiß Google, wer unsere Freude sind und was diese teilen. Um Social Search nutzen zu können, muss der User seine Accounts hinterlegen. So kann man in den Einstellungen seinen Twitter-Account eingeben, um in Zukunft Tweets in seinen Ergebnislisten sehen zu können. Google verlangt von seinen Usern, ihre Accounts von sich aus freizugeben. An dieser Stellen könnte es schwierig werden, bedenkt man das stetige Misstrauen der Nutzer gegenüber Google.

Trotzdem beruht das Projekt Social Search auf einem sehr interessanten Ansatz. Bisher muss sich der User in seinem Social Network einloggen um zu erfahren, was seine Freunde gerade so treiben. Geht es nach Google, kann man sich diesen Schritt zukünftig sparen. Die Aktivitäten sollen in Zukunft zum User kommen, sobald dieser etwas bei Google sucht. Natürlich kann man diesen Schritt als direkten Angriff auf Facebook und Co. interpretieren. Die Antwort wird mit Sicherheit nicht lange auf sich warten lassen.