Wissenschaft im Social Web

Gekonnte Social Media Inszenierung im Weltall

  • Social Media Marketing

Die Social Media Welt hat einen neuen Superstar. Und damit ist kein Prominenter aus Musik, Film oder Sport gemeint. Es handelt sich vielmehr um den Marsrover „Curiosity“, der Anfang dieser Woche auf dem weit entfernten roten Planeten landete – unter den wachsamen Augen tausender Fans, die das Spektakel digital mit verfolgten.

Foto: © NASA / unsplash.com

„Curiosity“ hat bereits über 800.000 Follower auf dem Mikroblogging-Dienst Twitter – das ist mehr als manch Prominenter Erdenbürger vorweisen kann. Supermodel Claudia Schiffer beispielsweise verfügt nicht einmal über 2.000 Follower.

Gekonnte Social Media Inszenierung im Weltall

Diese hohe Social Media Beliebtheit ist der Maschine natürlich nicht tatenlos zugefallen, sondern ist das Werk von Profis der NASA, die sich in der geschickten Social Media Nutzung und Inszenierung bestens auskennen. Geschickt wird der kleine Roboter mit sympathieweckenden menschlichen Zügen bzw. Posts versetzt, um seine Fans zu begeistern und Emotionen zu wecken. So bedankt sich der Roboter  zum Beispiel per Twitter bei seinen Fans und „freut“ sich auf das bevorstehende Abenteuer. Die Fangemeinde kommentiert engagiert und begeistert sich für weitere Bilder, Videos und Posts. Die NASA kreiert ein regelrechtes Puppentheater mit anderen technischen Charakteren aus ihrer Schöpfung, so beglückwünscht beispielsweise die „Cassini“-Sonde „Curiosity“ zur erfolgreichen Landung.

Die NASA hat damit eine äußerst erfolgreiche Social Media Kampagne demonstriert, bei welcher ihr Zielobjekt unter der Social Media Connection emotional aufgenommen und mit verfolgt wird. Nicht zuletzt die künstlichen menschlichen Züge der NASA-Technikfamilie sorgen für die hohe Fanzahl, da auf einmal nicht nur (Hobby-)Techniker, sondern auch die breite Bevölkerung angesprochen wird. Zu vielen Projekten der NASA gibt es außerdem eigene Facebook-Pages, die ganze Bandbreite der Social Media Kanäle wird genutzt, Facebook und Twitter sind dabei erst der Anfang. Auf Youtube oder Flickr kann man sich verschiedene Aufnahmen anschauen, mit Ustream können Starts in Echtzeit mit verfolgt werden.

Die Anstrengungen, welche die NASA besonders dieses Jahr in ihre Projekte und deren Öffentlichkeitsinteresse investiert, sind keine Zufälligkeit, sondern eng verknüpft mit den anstehenden US-Wahlen. Denn dabei geht es auch um die Verteilung des finanziellen Etats, von denen die Missionen der NASA abhängen. Die gekonnte digitale Darstellung ihres neusten Marsroboters ist somit mehr als nur ein Social Media Gag oder Imagepolierer – sie ist schlicht und ergreifend ein wichtiges Mittel zum Fortbestehen der eigenen Projekte und eine geschickte Werbung für die eigenen Missionen. Die ungebrochene Begeisterung über die nächsten Monate wird daher zur Belastungsprobe werden – zumindest bis nach den Wahlen.