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Wie Spam den Newsletter und E-Mails im Allgemeinen Stück für Stück diffamiert

Jeder kennt das Problem, man schaut in sein Email Postfach und es mal wieder keine persönliche Email angekommen, sondern Spam von irgendwelchen Seiten, bei denen man sich nie eingetragen und schon gar kein Interesse für hat. Im schlimmsten Fall ist seine Email Adresse in den Viagraspam Verteiler gelangt und man erhält täglich Email die einem zu Discountangeboten Arzneimittel anbieten wollen. Glücklicherweise werden durch die Spamfilter der großen Emailprovider die meisten solcher Spam Mails herausgefiltert. Doch da diese Emails über riesige Botnetzwerke in der Welt verschickt werden, ändert sich die IP der Senders und es fällt den Filtern oftmals schwer eine Spamabsicht zu erkennen. Im Falle einer sich laufend ändernden IP, kann das Erkennen von Spam oft noch übe den Content erfolgen, doch auch dort werden die Spamer immer geschickter und generieren per Zufallsprinzip unique content in den Emails.

 

Das Problem ist also fast unmöglich zu umgehen. Auch wer seine Email Adresse bei wenigen Websites einträgt und glaubt sich damit sicher zu fühlen kann von Spam erwischt werden. Täglich durchlaufen Spamcrawler das gesamte Internet auf der Suche nach neuen vermehrten Emailadressen. Diese Spamcrawler funktionieren ähnlich wie der Google Crawler: Sie folgen Links von Seite zu Seite und überprüfen ob sich auf dem Content der Seite eine Emailadresse im Stil von Max@mustermann.de vermerkt ist. Viele Webadministratoren geben in ihrem Impressum ihre Email Adresse in abgeänderter Form wie max [at] mustermann.de oder Max (at) Mustermann.de an um den Spamcrawlern das Auslesen zu erschweren.

Doch es ist natürlich ein leichtes für die Spambots auch diese Muster zu erkennen. Auch wenn Spam mit sehr harten Strafen belegt ist, schreckt es die Wenigstens professionellen Spamnetzwerkbetreiber ab – denn das Geschäft ist lukrativ und wer sich geschickt anstellt ist kaum zu erwischen. Inzwischen gibt es strenge Datenschutzrichtlinien für die Weitergabe von Emailadresse und den zugehörigen Namen im Internet an Dritte, doch helfen diese wenig wenn im, leider oftmals noch rechtsfreien, Internet diese einfach illegal gesammelt und weitergegeben werden.

Die Folge ist klar: der tägliche Emailverkehr wird immer unangenehmer. Neben unangenehmen Spammails erhalten wir jedoch auch täglich Newsletter von Seiten bei denen wir uns gar nicht angemeldet haben. Obwohl es illegal ist kaufen dreisste Online-Shop Betreiber Emailadressen auf und schmeißen sie in den Verteiler. Oftmals wird dem Betroffenen die Möglichkeit offengelassen sich aus dem Emailverteiler auszutragen. Leider wird die Option des Austragens in vielen Fällen unfunktional gemacht und es erscheint ein absichtlich eingebauter pHp-Error. Die ganz dreisten Newsletterbetreiber bauen diese Funktion gar nicht erst ein – in Deutschland kann dies zu großen juristischen Problemen führen – doch viele Betreiber sitzen im Ausland, in denen keine strengen Datenschutzregelungen herrschen.

Viele Besitzer eines E-Business überlegen sich, ob sie nun auch einen Newsletter einführen, um mehr Kunden zu gewinnen, auf neue Produkte aufmerksam zu machen und dabei aktives Social Media Marketing zu führen. Nun ist die Frage ob ein Newsletter heutzutage noch wirklich informativ und umsatzsteigernd ist oder ob er die Kunden nervt und vom Produkt abschreckt.  Zweiteres ist oftmals der Fall, wenn Newsletter zu oft verschickt werden. Nicht jedes neue Produkt oder neue Dienstleistung muss dem Kunden per Newsletter schmackhaft gemacht werden. Es empfiehlt sich Ästhetik zu bewahren. Doch wenn das Emailspamming nicht noch stärker bekämpft wird und der Spamschutz in der Zukunft nicht Oberhand im Kampf gegen die Spammer gewinnt, so bleibt die Überlegung offen, ob nicht komplett Abstand von der Newsletterwerbung genommen wird.

Eine Alternative besteht beispielsweise im Social Media Marketing über Facebook. Tägliche Updates des Status der Firmenseite bei Facebook nerven die Kunden weniger, als das Rausschicken eines Emails. Zudem ist die Online PR bei Social Networks nicht durch den Spamverdacht der Kunden vorbelastet.