Zukunftstrends

Trends und Must-Haves in der Webentwicklung

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User-Experience, Responsive Design und mobile First, Infinite- und Parallax-Scrolling: Das Jahr 2017 steht im Zeichen einiger spannender Entwicklungen, die neue Perspektiven im Online Marketing versprechen. Einige davon sind bereits etabliert, andere kommen gerade erst groß raus. Wir stellen die wichtigsten Trends vor, die Online-Kampagnen das gewisse Etwas verleihen, dem niemand widerstehen kann.

Foto: © SFIO CRACHO / shutterstock.com

User-Experience und Responsive Design: überall die besten Erlebnisse bieten

Niemand möchte endlos scrollen, schon gar nicht zu den Seiten. Das gilt für die mobile Ansicht ebenso wie für die auf dem heimischen Desktop-PC. Websites, die nicht auf alle Endgeräte optimiert sind, dürften 2017 daher immer mehr Besucher davon laufen. Das gilt auch für solche, die mit vielen Menüpunkten und einer unübersichtlichen Struktur verwirren. Eine Website muss plattformunabhängig funktionieren, auf dem Tablet ebenso gut wie auf dem PC. Responsive Design, die flexible Anpassung der Darstellung an alle Endgeräte, bleibt daher auch 2017 ein Muss.

Conversion-Steigerung durch Responsive Design

Eine geräteübergreifende Kompatibilität steigert die Conversion Rate, das Verhältnis der Besucher einer Website zu einer gewünschten Handlung, wie etwa einem Kauf, einem Download oder der Bestellung eines Newsletters. Und das hat einen ganz einfachen Grund: Responsive Design bietet dem User eine bessere Experience, er wird nicht umgeleitet, die Website wird auf allen Geräten optimal angezeigt, sodass er sich idealerweise schnell zurechtfindet – und so auch schnell findet, was er sucht, auf dem Desktop und mobile – und zwar, wie sich zeigen wird, vor allem dort.

Mobile First!

Zunehmend erfolgen Webzugriffe über mobile Geräte. Im Jahr 2016 griffen dem Statistikportal Statista zufolge rund 28 Prozent der User mit mobilen Endgeräten auf das Internet zu; in Nordamerika waren es rund 31 Prozent, und das mit steigender Tendenz. Eine Hochrechnung bei Statista prognostiziert, dass bis zum Jahr 2021 das monatliche mobile Datenvolumen bei 49 Exabyte liegen wird. Zum Vergleich: es beträgt heute 11 Exabyte. Das dürften Gründe genug sein, sich von alten Hüten zu verabschieden, wie sie bei vielen Websites noch zu sehen sind: Da gibt es eigene mobile Versionen, zu denen der User erst umständlich wechseln muss – diese lassen sich jedoch oft nicht an unterschiedliche Displaygrößen anpassen.

Für das Online Marketing bedeutet das, dass die automatische Anpassung der Page an mobile Endgeräte Pflicht ist – und noch mehr: Anstatt wie früher erst eine Desktop- und anschließend eine mobile Version zu entwickeln, gehen Webdesigner dazu über, zuerst die mobile Ansicht zu gestalten.

Mobile ist Muss – auch für Google

Und dies zeigt wiederum neue Möglichkeiten in Sachen User Experience auf. Scrollen ist auf dem PC oder Notebook zu Hause verpönt – mobil wird es jedoch absolut toleriert, schließlich lässt sich die Seite mit einem Wisch scannen und relevante Inhalte werden blitzschnell aufgenommen, viel schneller als im klassischen Browser. Die Page an die Bedienarchitektur mobiler Endgeräte anzupassen, ist daher heute ein Muss, wenn es um die Entwicklung von Desktop-Anwendungen geht. Und das nicht nur, um den User das beste Erlebnis zu bieten. So wie der Nutzer eine unangepasste Page abstraft, so zeigt sich auch Google wenig zufrieden mit reinen Desktop-Pages – und das bereits seit geraumer Zeit. Im Frühjahr 2015 stellte die Suchmaschine ein „mobile friendly“-Update vor. Seitdem fließt die Mobilfreundlichkeit in das Ranking einer Website ein.

Neue Dimensionen des Scrollings

In diesem Zusammenhang wird sich auch ein Trend etablieren, der Nutzern sozialer Netzwerke bereits bekannt vorkommen dürfte: Infinite-Scrolling, das permanente Laden von Inhalten einer Seite. Widerspricht sich das nicht mit dem oben genannten – möchten die User wirklich endlos scrollen? Die Antwort lautet, ja, wenn die Page ansprechend gestaltet ist und ihre Inhalte passen, lautet die Devise: scrollen vor klicken. Das gilt insbesondere bei mobiler Nutzung; hier erwartet der User die endlosen Inhalte geradezu.

Zugegeben, Infinite-Scrolling eignet sich nicht für jede Website. Wenn jedoch viele kurze, knackige Informationen vermittelt oder auffällige Grafiken präsentiert werden sollen, ist das endlose Laden von neuem Content dafür perfekt. Der User wird sich dann auch nicht so schnell von der Seite verabschieden, schließlich wartet mit jedem Wisch oder jedem Klick etwas Neues auf ihn. Auch für das Storytelling im Rahmen einer Web-Content-Strategie ist Infinite-Scrolling geradezu prädestiniert und eröffnet ganz neue Möglichkeiten der Darstellung.

Es geht in die Tiefe: Parallax Scrolling

Das gilt noch mehr für Parallax Scrolling, das mehr Tiefe in eine Webdarstellung bringt. Die Technik stammt ursprünglich aus dem Gaming-Design und setzt sich heute immer mehr durch. Die Website besteht aus verschiedenen Ebenen, die sich beim herunterscrollen unterschiedlich schnell bewegen. So erhält der User den Eindruck einer dreidimensionalen Seite– und es lassen sich damit eindrucksvolle Effekte realisieren, die den User auf der Seite halten.

Neue Möglichkeiten für das Content Marketing

Auch Parallax Scrolling eröffnet interessante Möglichkeiten zum Storytelling – und noch mehr, es kann die User Experience signifikant erhöhen. Und das nicht nur, weil die Seite einfach gut aussieht. Inhalte lassen sich schnell und einfach darstellen und so anordnen, dass der User die wichtigsten Botschaften der Page auf einen Blick erkennt. Und weil, wie wir oben bereits festgestellt haben, die User Experience eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Webangeboten spielt, wird sich Parallax Scrolling mit hoher Sicherheit zu einem der wichtigsten Trends der kommenden Jahre entwickeln.

Allerdings hat diese Art der Darstellung aus SEO-Sicht auch Nachteile: Eine Parallax-Page ist oftmals ein One-Siter. Und dieser verfügt eben auch nur über eine URL. Websites, die über mehrere URLs verfügen, erlauben es jedoch, Keywords in höherer Anzahl zu platzieren und so das Ranking zu verbessern sowie mehrere Meta-Title und Meta-Descriptions zu optimieren. Dem lässt sich jedoch auf vergleichsweise einfache Weise entgegen wirken, in dem beispielsweise nur die Startseite mit Parallax Scrolling arbeitet und die Unterseiten klassisch aufgebaut werden.

Alles für den User

Responsive Design, die Optimierung für mobile Endgeräte, Infinite- und Parallax-Scrolling – alle Trends haben eines gemeinsam: Sie sorgen für eine optimierte User Experience. Und das führt letztendlich zu mehr Zufriedenheit beim Nutzer und so zu einer höheren Bindung des Nutzers an die Page beziehungsweise an das Angebot. Die Trends der Webentwicklung im Auge zu behalten und neue Wege in der Gestaltung von Websites zu gehen, ist damit viel mehr als schöner Schein: Es ist dringend, um sich von der Konkurrenz abzuheben und eine erfolgreiche Online-Marketing-Strategie zu fahren.